Klimabildungsvormittage an Schulen und Kitas

Mit Hilfe einer LEADER-Förderung sollen die Mittel bereitgestellt werden, um im Landkreis Main-Spessart im Gebiet der
LAG-Spessart an Grund- und Mittelschulen und Kindergärten Klimabildungsvormittage anbieten zu können. Diese Vormittage
sollen von einem Dienstleister im Bereich BNE konzipiert, angeboten und durchgeführt werden. Es sollen über die
Projektlaufzeit von zwei Jahren 16 solche Vormittage durchgeführt und damit insgesamt etwa 600 Kinder erreicht werden.

www.main-spessart.de

Antragsteller: Landkreis Main-Spessart

Gesamtkosten: 28.308,00 €
LEADER-Förderung:  15.874,00 €
Eigenmittel: 12.434,00 €

Kurze Vorhabensbeschreibung

Mit Hilfe einer LEADER-Förderung sollen die Mittel bereitgestellt werden, um im Landkreis Main-Spessart im Gebiet der
LAG-Spessart an Grund- und Mittelschulen und Kindergärten Klimabildungsvormittage anbieten zu können. Diese Vormittage sollen von einem Dienstleister im Bereich BNE konzipiert, angeboten und durchgeführt werden. Es sollen über die Projektlaufzeit von zwei Jahren 16 solche Vormittage durchgeführt und damit insgesamt etwa 600 Kinder erreicht werden

Kurze Beschreibung der Ausgangslage

Der Landkreis Main-Spessart wird abgedeckt durch die LAG Spessart und die LAG Wein-Wald-Wasser. lm Gebiet der LAG
Spessart liegen 25 der 40 Kommunen im Landkreis Main-Spessart, und es leben clod 58% der ca. 125.000 Einwohner des
Landkreises. Entsprechend werden durch das Gebiet der LAG-Spessart auch ein Großteil der Schulen und Kindergärten im
Landkreis Main-Spessart abgedeckt.
Der Landkreis finanziert seit etwa 10 Jahren jährlich fünf Klimabildungsvormittage (sog. „KlimaAktionsTage" der Energieagentur Unterfranken e.V.) an den weiterführenden Schulen unter seiner Sachaufwandsträgerschaft. Das Angebot wurde gut angenommen und erhielt positives Feedback. Eine Ausweitung des Angebots kommt für den Landkreis aus Kostengründen jedoch nicht in Betracht. Auch gelegentliche Anfragen anderer Einrichtungen (Kindertagesstätten, Grund- und Mittelschulen) außerhalb der Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises mussten somit vom Landkreis abgelehnt werden und wurden meist auch von der zuständigen Gemeinde aus Kostengründen abgelehnt. Solche verpassten Gelegenheiten schmerzen gerade bei der jüngsten Zielgruppe. Deshalb ist es wünschenswert, solche Klimabildungsvormittage mit Hilfe einer Förderung breiter auf die Schullandschaft und Kindergärten verteilt anbieten zu können.

Kurze Beschreibung, was unmittelbar mit dem Projekt erreicht werden soll

Der Mensch ist der Verursacher und somit auch die Lösung für den bereits deutlich spürbaren Klimawandel. Der Klimawandel ist eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit und das übrige Leben auf dem Planeten. Die Voraussetzung, diese Bedrohung in Grenzen zu halten, ist, dass die Menschen ein Bewusstsein und in der Folge ein Verantwortungsgefühl für die Problematik entwickeln. Je früher das Problem ins Bewusstsein tritt, desto tiefer wird es sich dort verankern und wirken. Deshalb ist es enorm wichtig, gerade unsere Jüngsten möglichst frühzeitig für die Problematik des Klimawandels zu sensibilisieren und gleichzeitig Lösungsansätze aufzuzeigen. lnsbesondere in Kindergärten und Grundschulen wird der Klimawandel oftmals noch nicht oder nur wenig behandelt. Dem Thema hier pädagogisch und fachlich auf das jeweilige Alter angepasst einen ganzen Vormittag zu widmen, kann frühzeitig einen Prozess der nachhaltigen Bewusstseinsbildung für die Problematik in Gang setzen.

Angesichts der hohen Zahl von Bildungs- bzw. Betreuungseinrichtungen im LAG-Gebiet ist es unrealistisch bzw. nicht finanzierbar, jeder dieser Einrichtungen mindestens einen Klimabildungsvormittag zu garantieren. Erfahrungsgemäß wird ein solches Angebot angesichts straffer Lehrpläne aber auch nicht von jeder Bildungseinrichtung nachgefragt werden. Daher wird folgender Projektumfang verfolgt: Es sollen 16 Klimabildungsvormittage innerhalb von zwei Jahren durchgeführt und damit insgesamt etwa 600 Kinder erreicht werden.

Die Klimabildungsvormittage sollen unter Berücksichtigung der Anzahl der Schulen je Schulform bzw. der Kindergärten im Projektgebiet der LAG Spessart wie folgt verteilt werden. In der Vergangenheit wurden die Aktionsvormittage ausschließlich an den weiterführenden Schulen und Förderschulen angeboten. Deshalb sollen im Rahmen dieses Projektes nun vorrangig Kindergärten, Grund- und Mittelschulen zum Zuge kommen. Für eine räumlich und anzahlmäßig gleichmäßige Verteilung der Vormittage auf die Schulen und Kindergärten im Projektgebiet soll ein geeigneter Verteilschlüssel entwickelt werden.

Bestandteile des Projekts

Der Landkreis schreibt die Umweltbildungsdienstleistung als Komplettpaket aus. Die folgenden durch den Dienstleister zu
erbringenden Projektbestandteile sollen als förderfähige Kosten angesetzt werden:
- Inhaltliche Vorbereitungsphase: inhaltliche und organisatorische Konzeption der Workshops, Schulung der eingesetzten
Fachkräfte unter Einbezug von qualifizierten Pädagogen und Wissenschaftlern
- Planungsphase: Termin- und Workshop-Vergabe der Klimabildungsvormittage zusammen mit den Verantwortlichen in den
Schulen sowie mit dem Landkreis
- Projektbegleitende „Hotline" zur Betreuung der teilnehmenden Einrichtungen bei individuellen Fragen und Problemen
- Personalkosten
- Sonstige Nebenkosten (z.B. Büro, Sach- und Reisekosten)
- Nachbereitung des Klimabildungsvormittags: Bereitstellung eines Handlungsleiffadens und ausgewählter
Bildungsmaterialien für die jeweilige Einrichtung, Durchführung einer Evaluation der durchgeführten Aktion bei der jeweiligen
Einrichtung
- Abschlussevaluation und Bericht

Umsetzungsort

Westlicher Landkreis Main-Spessart (Teile des Landkreises, die im LAG Gebiet liegen.)

Übereinstimmung mit den Zielen der LES

Entwicklungsziel 3 „Naturregion Spessart“

Handlungsziel e) "Förderung und Unterstützung der Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Handlungsziel a) "Sicherung und Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft, natürlicher Ressourcen und Förderung der
Biodiversität"

Entwicklungsziel 1 "Gemeinschaftsregion Spessart"

Handlungsziel b) "Spessart – eine Region für alle: Profilierung als Gemeinschaftsregion für alle Lebenslagen"

Entwicklungsziel 4 "Zukunftsregion Spessart"

Handlungsziel a) "Schaffung kreativer und hochwertiger Lebens- und Arbeitsräume"

 

Beschreibung der Bürger- und/oder Akteursbeteiligung

Durch die Workshops werden Kinder als Multiplikatoren aktiviert, die das Bewusstsein für Ressourcenschutz und gesunde Ernährung direkt in die Familien tragen. Die Kinder fungieren als Brückenbauer zwischen Bildungseinrichtungen und dem privaten Umfeld. Die Schulen können aus einer Themenauswahl die Workshops ihres Klimabildungsvormittags auswählen je nach Aktualität und Verknüpfbarkeit mit dem Unterricht/ Lehrplan.

Beschreibung des Nutzens für das LAG-Gebiet

Das Projekt stärkt das LAG-Gebiet direkt an seiner Basis, indem Kinder frühzeitig für Ressourcenschutz und Regionalität
sensibilisiert werden. Die Stärkung der Grundschul- und Kindergartenstandorte durch hochwertige außerschulische Angebote steigert zudem die familienbezogene Standortqualität kleinerer Gemeinden. So stärkt das Projekt die langfristige Vitalität und Generationengerechtigkeit.

Beschreibung des Innovationsgehalt

Der Innovationsgehalt liegt in der Schließung einer strategischen Bildungslücke: Während der Landkreis sich seit 10 Jahren aus Kostengründen darauf beschränken muss, Klimabildungsvormittage an den weiterführenden Schulen unter seiner Sachaufwandsträgerschaft anzubieten, ermöglicht die LEADER-Förderung erstmals, solche Vormittage den übrigen Altersklassen und Einrichtungen ab dem Kindergarten aufwärts anzubieten. Diese frühzeitige Intervention nutzt die prägende Phase der Kindheit, um Verhaltensweisen zu verankern, bevor Konsummuster verfestigt sind. Gerade im besonders prägenden Kindergarten- und Grundschulalter werden die komplexen Themen Klimawandel, Energiewende und Ressourcenschutz vom Betreuungs- und Lehrpersonal oftmals „nebenher" thematisiert.

Darstellung der Vernetzung zwischen Partnern und/oder Sektoren und/oder Projekten

Partner:

Landkreisverwaltung, Schulverwaltung/Lehrerschaft, BNE-Dienstleister, Fördermittelgeber (LAG Spessart)

Sektoren:

Bildung, Verwaltung

Projekte:

ggf. Verknüpfung mit weiteren BNE-Aktivitäten an den Schulen

Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels bzw. zur Anpassung an seine Auswirkungen

Das Projekt leistet einen Beitrag zum Klimaschutz, indem es durch die Workshops zu Energie und Ernährung auf ein
umweltbewusstes Erwachsenenleben hinwirkt. Über einen Multiplikatoreffekt tragen die Kinder ihr Wssen in ihr soziales
Umfeld. Gleichzeitig stärkt die Maßnahme die gesellschaftliche Anpassungsfähigkeit, da die Workshops zur regionalen
Ernährung die Resilienz gegenüber veränderten Erzeugungsbedingungen fördern und abstrakte Klimaangst in konkrete
Handlungskompetenz und Selbstwirksamkeit umwandeln.

Beitrag zu Umwelt-, Ressourcen- und/oder Naturschutz

Das Projekt trägt zum lokalen Umweltschutz bei, indem es abstrakte ökologische Ziele in konkretes Alltagshandeln im LAG-Gebiet übersetzt. Durch die Workshops zur Müllvermeidung und zum bewussten Ressourceneinsatz wird der Eintrag von Schadstoffen in die Natur reduziert und der Druck auf lokale Ökosysteme gemindert. Das Verständnis für nachhaltige Ernährung fördert den Erhalt der biologischen Vielfalt, da die Wertschätzung für regionale, ökologische Landwirtschaft gesteigert wird. Die Maßnahme schützt somit aktiv die natürlichen Lebensgrundlagen des Landkreises, indem sie eine neue Generation von „Landschaftspflegern" ausbildet, die den Wert von Wasser, Boden und Klima als schützenswerte regionale Ressourcen begreifen und dieses Bewusstsein im ldealfall als aktive Akteure in die Zivilgesellschaft tragen.

Beitrag zur Sicherung der Daseinsvorsorge bzw. zur Steigerung der Lebensqualität

Das Projekt sichert die Daseinsvorsorge, indem es Kindergärten und Grundschulen als vitale soziale Ankerpunkte im ländlichen Raum stärkt und durch ein hochwertiges, außerschulisches Bildungsangebot die familienbezogene Standortattraktivität erhöht. Es fördert die Lebensqualität, indem es Kindern gesundheitsrelevantes Wissen über Ernährung und Umwelt vermittelt und sie zur aktiven Mitgestaltung ihres direkten Lebensumfelds befähigt und motiviert. Langfristig schont der bewusste Umgang mit Ressourcen (Müll/Energie) die privaten und kommunalen Haushalte.

Beitrag Förderung der regionalen Wertschöpfung

Das Projekt kurbelt die regionale Wertschöpfung an, indem es bereits bei Grundschulkindern ein Bewusstsein für den Wert lokaler Produkte und Dienstleistungen schafft. Durch die Workshops zur Ernährung werden Kinder gezielt an regionale Erzeugerkreisläufe und die heimische Landwirtschaft herangeführt, was die Nachfrage nach lokalen Lebensmitteln stärkt. Zudem fördert das Projekt die Identifikation mit regionalen Akteuren (z. B. Entsorger, Energieversorger), wodurch die Akzeptanz für heimische Wirtschaftskreisläufe steigt.

Beitrag zum sozialen Zusammenhalt

Durch den Fokus auf gemeinsame Verantwortung für Klima und Umwelt entsteht ein starkes Wir-Gefühl und ein gemeinsames Wertefundament innerhalb der jungen Generation. Als „Botschafter" tragen die Kinder diese Themen in ihr soziales Umfeld. Dies stärkt die soziale Integration, baut Brücken zwischen verschiedenen Akteuren und festigt die regionale ldentität als Gemeinschaft, die aktiv an ihrer lebenswerten Zukunft arbeitet.

Ggf. Beitrag zu weiteren LAG-spezifischen Kriterien aus der Checkliste Projektauswahlkriterien

Das Projekt ist regional übertragbar und wird öffentlichkeitswirksam begleitet.

Erwartete nachhaltige Wirkung

Die erwartete nachhaltige Wirkung resultiert aus der Internalisierung umweltbewusster Verhaltensmuster in einem Alter, in dem Grundwerte lebensprägend verankert werden. Durch den Multiplikatoreffekt in die Familien hinein wird ein breitenwirksamer Mentalitätswandel angestoßen, der über die Projektlaufzeit hinaus wirkt. Zudem verstetigt die Maßnahme eine nahtlose Bildungsbiografie, die Kinder frühzeitig als kompetente Akteure für die regionale Entwicklung gewinnt. Dies fördert langfristig ehrenamtliches Engagement und die Akzeptanz für politische Nachhaltigkeitsentscheidungen.

Sicherung von Betrieb und Nutzung des Projekts

Seitens des Antragsstellers (Landratsamt Main-Spessart) wird sichergestellt, dass die aufzubringenden Eigenmittel
bereitgestellt werden. Etwaige Fehlbeträge im Rahmen des Projektes werden im Haushalt des Landkreises Main-Spessart
ausgeglichen.
Der Antragsteller bewirbt das bei Förderzusage entstehende Bildungsangebot bei den Kindergärten und Grundschulen im
LAG-Gebiet und koordiniert die Vergabe und Durchführung der Klimabildungsvormittage sowie die Abrechnungen und
Fördermittelverwendung.

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