Bauliche und touristische Aufwertung der Scherenburgfestspiele in Gemünden

Neubau einer dauerhaften, überdachten Zuschauertribüne mit 660 Sitzplätzen, dies beinhaltet einen Anbau mit Künstlergarderoben, Probenräumen, Werkstatt für Kostüm und Requisite, sowie Kassenhäuschen und behindertengerechte Toiletten, einen separaten Technikraum und eine neue Bühne.

Erläuterungen zur Neukonzeption

Die derzeitige Zuschauertribüne mit Membran-Überdachung zählt unter die sogenannten fliegenden Bauten und wird dementsprechend jedes Jahr für die Scherenburgfestspiele im Mai im Burghof der Ruine Scherenburg aufgebaut und Ende August wieder abgebaut und eingelagert. Diese Lösung dient den Festspielen seit nunmehr fast 15 Jahren und müsste in den nächsten Jahren modernisiert werden. Im Zuge dieser Überlegungen ergab sich ein kompletter Neuansatz und eine entsprechende Neukonzeption.

Probleme mit der gegenwärtigen Konzeption:

  • Der Burghof ist ab dem Aufbau der Tribünenkonstruktion für Touristen und Anwohner gesperrt.
  • Die Tribüne wurde zum Zeitpunkt der Beschaffung auf Sitzplatzzahl optimiert. Die Fluchtwege sind zulässig aber knapp.
  • Es gibt kein barrierefreies WC und die Zugänglichkeit ist auch nur bedingt als barrierefrei anzusehen
  • Die Schauspieler ziehen sich in behelfsmäßigen Garderoben unter der Tribüne um. Es gibt keinen Sanitärbereich für Schauspieler.
  • Der Schall aus dem Tal, insbesondere des Eisenbahnverkehrs, stört den Spielbetrieb regelmäßig.
  • Die Lager-, Transport-, Auf- und Abbaukosten für die Tribüne und das Dach sind erheblich.

Vorteile der Neukonzeption:

  • Die Festspiele verlassen den Burginnenhof und ziehen hinter die rückwertige Burgmauer um.
  • Der Burghof und der Burgkeller sind wieder ganzjährig zu besuchen, für Feste, Feiern und auch Touristen haben freien Zugang zur Burg.
  • Die natürliche Topographie kann als Zuschauerrang genutzt werden. Es gibt somit keine Tribüne mehr, die auf- und abgebaut werden muss.
  • Laufende Kosten werden erheblich reduziert
  • Die Burgmauer wird zur Schallschutzmauer
  • Seitlich der Tribüne in einem Anbau wird das barrierefreie Zuschauer WC, die Sanitäranlagen für die Schauspieler, Garderobe, Kassenhäuschen etc. untergebracht.
  • Die Tribüne hätte mehr Zugänge und somit auch Fluchtwege
  • Die Tribüne kann auch außerhalb der Festspielzeit für Kunst und Kultur jeglicher Art genutzt werden.
  • Diese Lösung sichert den zukünftigen Fortbestand der Scherenburgfestspiele und bietet Möglichkeiten das kulturelle Angebot zu erweitern.

Antragsteller: Scherenburgfestspiele Main-Spessart gGmbH

Gesamtkosten: 1.208.581,61
LEADER-Förderung: 200.000,00
Scherenburgfestspiele Main-Spessart gGmbH: 308.581,61
Kulturfonds Bayern : 360.000,00
Bezirk Unterfranken: 150.000,00 €
Kreis Main-Spessart: 150.000,00 €
Stadt Gemünden: 40.000,00 €

Kurzdarstellung des Projektes

Projektbestandteile:

  • Bühne: Die Bühne soll aus heimischen Hölzern realisiert werden und muss einen Gang zwischen Burgmauer und Szenenfläche erhalten, damit die Schauspieler unbemerkt die Auftrittsseiten wechseln können. Es wird ein mobiles Schiebeelement für die Bühne geben um den vorhandenen Wirtschaftsweg außerhalb des Festspielbetriebs befahrbar zu halten.
  • Tribüne: Die Grundlage der Tribüne soll mit Betonfertigteilen in den Hang integriert werden. An diesen Stufenbauteilen werden 660 Kunststoffsitzschalen befestigt, die sehr robust sind und bei Beschädigung einfach und kostengünstig ausgetauscht werden können. Die Überdachung soll aus einer Stahlgrundkonstruktion bestehen, die zur Bühne hin stützenfrei vom Ingenieurbüro Wahler-Hütter konzipiert wurde. Die Dachkonstruktion aus Trapezblech soll aus optischen, akustischen und ökologischen Gründen als begrünter Dachaufbau ausgeführt werden. In Angrenzung an das Schauspielerhaus wird unterhalb der Tribüne ein Technik- und Regieraum mit Blick auf die Bühne eingerichtet.
  • Schauspielerhaus: Das Gebäude soll im Hangbereich aus wasserundurchlässigem Beton errichtet werden. Alle übrigen Bereiche werden gemauert. Der einfache Innenausbau besteht aus verputzten und gestrichenen Wänden und Decken. Der Fußboden wir als schwimmender Betonestrich mit Vinylboden belegt. Die Nassbereiche werden gefliest. Sämtliche Installationen werden so ausgeführt, dass eine Stilllegung über die Winterzeit gegeben ist. Eine Dauerbelüftung während der spielfreien Zeit muss ebenso vorgesehen werden wie ein Frostwächtersystem. Elektro-, Wasser-, und Abwasseranschlüsse sind im Burghof vorhanden und müssen zum neuen Spielort verlegt werden. Das Dach soll ebenfalls begrünt werden. Eine hölzerne Fassade wäre an diesem Ort angemessen wurde aber im Detail noch nicht festgelegt.
  • Erweiterung des Angebots für die Bevölkerung: Da eine solche Spielstätte nicht nur Kapital sondern auch Kapazitäten freisetzt sind neue Konzepte zur Nutzung der Bühne und Räumlichkeiten außerhalb des regulären Festspielbetriebes geplant. In den Räumlichkeiten des Anbaus sind verschiedene Workshops möglich. Durch die barrierefreie Einrichtung werden diese Angebote auch Menschen mit Behinderung zugänglich gemacht. Eine kontinuierliche Kinder- und Jugendarbeit, sowie die Weiterentwicklung des Laien- und Amateurspiels steht dabei an erster Stelle. Weiterhin bietet die Tribünenkonstruktion die Möglichkeit ein ganzheitliches Veranstaltungskonzept von Mai bis Oktober auszufertigen und für Veranstaltungen andere Vereine und Institutionen nutzbar zu machen.

Es handelt sich bei diesem Projekt um ein Einzelprojekt.

Umsetzungszeitraum: 09/2018-08/2020

Projektbeteiligte: Scherenburgfestspiele Main-Spessart gGmbH, Festspielverein der Stadt Gemünden e.V., Förderverein „Freunde der Scherenburgfestspiele“ e.V., Architekturbüro Kraus, Kulturfonds Bayern, Bezirk Unterfranken, Landkreis Main-Spessart, Stadt Gemünden, Sparkasse Mainfranken Würzburg

Projektziele

Das unmittelbare Projektziel ist die Scherenburgfestspiele langfristig und nachhaltig in Gemünden und im Main-Spessart Gebiet zu verankern und die Durchführung für die Zukunft zu sichern.

Entwicklungsziel 1 „Gemeinschaftsregion Spessart“

Handlungsziel b) Profilierung als verlässliche Gemeinschaftsregion in allen Lebenslagen: „Spessart – Eine Region für alle Generationen“

Von besonderer Bedeutung ist hierbei der geplante Anbau, der über eine barrierefreie und behindertengerechte Toilettenanlage für die Besucher verfügt. Dadurch wird der Besuch auf der Scherenburg vermehrt auch für Menschen mit Behinderung attraktiv. Weiterhin wird es mit der neuen Tribüne möglich sein sogar Gruppen von Rollstuhlfahrern einen Platz in vorderster Reihe anbieten zu können. Im Weiteren soll mit den Gemeinschaftsräumen im Anbau (Garderoben, Maske, Aufenthaltsräume, Probenräume) die Gemeinschaft gestärkt werden. Die im Anbau befindlichen Gemeinschaftsräume sollen für Workshops und künstlerische Weiterbildung für Bürger, Besucher und in der Kinder- und Jugendarbeit fungieren. Darüber hinaus ist eine Zusammenarbeit mit der VHS in Gemünden in Planung um Kindertheater- und Schauspielkurse, Sprechtraining u.v.m. in den eigenen Räumlichkeiten anzubieten. Für die konkrete Ausarbeitung einzelner Aktivitäten hat man sich in verschiedenen internen Workshops auf die Ausrichtung „Gemeinsam sind wir stark“ geeinigt. Alle zukünftigen „Events“ werden nach diesem Gesichtspunkt orientiert und sollen nicht nur für die Festspiele ein solides Fundament bilden.

Handlungsziel c) Weiterentwicklung und dauerhafte Unterstützung des Ehrenamtes/bürgerlichen Engagements

Durch das Projekt werden das Ehrenamt und das bürgerliche Engagement in Gemünden und Umgebung unterstützt. Über 90 % der an der Durchführung der Festspiele beteiligten Personen sind Ehrenamtliche, vor allem auch auf der Bühne in Form von Ensemblemitglieder. Ein besonderes Augenmerk liegt hier auf der Weiterentwicklung des Amateur- und Laienspiels in den eigenen Räumlichkeiten um somit eine Infrastruktur für zukünftige Eigenproduktionen zu schaffen. Dies erfüllt den Indikator des Handlungsziels.

Handlungsziel d) Vernetzung und Unterstützung von kulturellen Einrichtungen, Angeboten und Sehenswürdigkeiten.

Die „modernen“ Scherenburgfestspiele[1] haben sich seit ihrer Wiederaufnahme 1989 als kulturelle Einrichtung etabliert und ist nicht nur für Gemünden, sondern die gesamte Region von großer Bedeutung. Durch dieses Projekt erhalten die Scherenburgfestspiele, als kulturelle Einrichtung Unterstützung, den Fortbestand zu sichern und die Nutzbarkeit entscheidend zu verbessern. Mit der festen Bühnen- und Tribünenanlage wird eine Erweiterung des kulturellen Programms ermöglicht. Die Örtlichkeiten sollen die regionale Kulturarbeit und die Kulturentwicklung unterstützen. Weitere Nutzungen z.B. Theateraufführungen der Schulen Gemündens, sowie Konzerte der Musikschule und weiterer interdisziplinärer Projekte, wie Workshops auf der Bühne und in den anliegenden Probenräumen wären von Mai bis Oktober durchführbar. Somit wird der Indikator des Handlungsziels erreicht.

Entwicklungsziel 2.)“Freizeit, Naherholungs- und Urlaubsregion"

Handlungsziel b) Weiterentwicklung und gezielte Ergänzung einer nachhaltigen Infrastruktur und der Angebote für Freizeit, Naherholung und Urlaub.

Durch die geplante Verlegung der Spielstätte hinter die Burgmauer, wird der Innenhof für Stadtführungen durch die Touristeninformation und vor allem für jeden Einheimischen und auch für jeden Gast dauerhaft zugänglich sein. Bisher musste der Innenhof während des Aufbaus von Bühne, Tribüne und Zelt während der Proben und Aufführung für die Öffentlichkeit im Zeitraum von Ende Mai bis Mitte August geschlossen werden. Die Ruine Scherenburg soll durch dieses Projekt auch für Gäste, die nicht zwangsläufig die Scherenburgfestspiele besuchen möchten, mit einem freiliegenden, bewirteten Burginnenhof während der Festspiele attraktiver werden. In den neu geschaffenen Räumlichkeiten und im umliegenden Gelände werden die Freizeitmöglichkeiten durch verschieden Kurse und Workshops, in den Räumlichkeiten und auf der Bühne erweitert. Die professionelle Außenwirkung der Festspiele durch das öffentliche Erscheinungsbild von Tribüne und Bühne werden den Kulturtourismus stärken. Die Scherenburg als Sehenswürdigkeit und die Scherenburgfestspiele als kulturelle Institution werden somit gezielt weiterentwickelt, somit ist der Indikator des Handlungsziels erzielt.

Entwicklungsziel 5 „Belebte Orte im Spessart“

Handlungsziel b) Sicherung der Attraktivität der Orte durch u.a. Ortskernbelebung, Leerstands- und Flächenmanagement, attraktive Gestaltung oder Verkehrsberuhigung

 

Die Stadt Gemünden hat, wie viele Gemeinden im ländlichen Raum damit zu kämpfen, dass der Ortskern durch Abwanderung und Geschäftsaufgaben an Attraktivität verliert. Während der Festspielzeit allerdings ist vor allem der Marktplatz ein beliebtes Ziel und ein recht belebter Ort. Natürlich ist dieses Aufkommen nicht nur den Scherenburgfestspielen geschuldet, aber mit rund 20.000 Besuchern während der 6-wöchigen Spielzeit leisten die Festspiele auch einen Beitrag dazu. Ziel ist es nun, dieses Ergebnis zum einen für die Zukunft zu sichern und zum anderen Zeiten außerhalb der Festspiele ebenso effizient zu nutzen und für mehr Belebung im Ort mit der Erweiterung des Angebotsspektrums durch weiter Veranstaltungen, Events, Workshops vor allem im kulturellen Bereich zu sorgen.

Aufgrund von u.a. Sicherheitsvorschriften ist die zukünftige Durchführung der Festspiele mit der bisherigen fliegenden Baute, gefährdet. Zu dem werden die Anforderungen an die jährliche Wartung und Instandsetzung zunehmend aufwendiger. Mit dem Projekt, dem Bau der Zuschauertribüne, Bühne und Anbau wird der zukünftige Erhalt und Fortbestand der Festspiele gesichert.


[1] Es gab bereits in den Jahren 1909 bis 1911 Theater im Burghof der Ruine Scherenburg.

Innovative Aspekte des Projekts

Im Spessart gibt es derzeit keine festinstallierte Freilichtbühne. Das Projekt bildet somit ein Alleinstellungsmerkmal für die Region.

Für die Bevölkerung und die Touristen wird in den Sommermonaten der unverbaute Blick auf die Burg nach nun ca. 25 Jahren eine Innovation sein. Für die Festspiele wird es belebend und innovativ sein, dass durch die behindertengerechten Zugänge und Anlagen, weitere Besucher gewonnen werden können, denen ein Besuch bisher nicht möglich war. Für den Festspielverein ist es eine Innovation sein unsere Produktionen in den eigenen Räumlichkeiten proben zu können und sich ein Stück weit professionalisieren können und dabei unabhängiger von anderen Akteuren zu sein.

Bezug des Projekts zu den Themen "Umwelt" und "Klima"

Derzeit werden die fliegenden Bauten (Zeltdach und Tribüne) jedes Jahr im Mai mit mehreren Lkw, einem Gabelstapler und einem 40t Baukran, durch den Wald bis hinter die Burgmauer transportiert. Die Tribünenteile werden mit Hilfe des Kranes über die Burgmauergehoben und dann im Burginnenhof aufgebaut. Ende August wieder mit selbem Aufwand alles wieder abgebaut. Diese Vorgänge sind langfristig umweltschädigend und nicht nachhaltig. Aus diesem Grund ist der Wunsch nach einer dauerhaften und nachhaltigen Lösung entstanden. Dadurch verbessert sich die CO2 Bilanz der Festspiele enorm. Wir planen weiterhin die neue Bühne mit energie- und ressourcensparende Technik auszustatten.

Durch die Art der neuen Dachbegrünung des Freilichttheaters wird vor allem bei Regen eine Geräuschdämmung des Prasselns ganz natürlich geschehen und damit muss während der Vorstellungen die Geräuschkulisse des Bühnenspiels technisch nicht mehr nachgepegelt werden. Dies führt zu weniger Emission.

Weiterhin ist damit zu rechnen, dass die Begrünung einen positiven Effekt auf die natürliche Klimatisierung der Tribüne haben wird und sich dort Biotope für Insekten entwickeln werden. In der Bilanz hat das Projekt eine indirekt positive Auswirkung auf die Umwelt und das Klima.

Bezug des Projekts zum Thema "Demographie"

Mit dem Projekt gewinnen Gemünden und der Landkreis Main-Spessart an Attraktivität, so dass die Lebens- und Wohnqualitäten verbessert werden und damit die demografische Entwicklung und ihre Folgen gemildert werden (können). Durch die Aufwertung und Funktionserweiterung zu einer überregional bedeutsamen Kulturstätte im Spessart wird die Identifikation mit der Region nachhaltig gestärkt. Durch die zusätzlichen Veranstaltungen und Darbietungen im Rahmen des erweiterten Kulturprogramms der Scherenburgfestspiele und ihrer Kooperationspartner werden zusätzliche Gäste und Besuchergruppen generiert, die die Basis für positive wirtschaftliche Effekte und eine Steigerung der regionalen Wertschöpfung sind. Diese wirtschaftliche Belebung kann der Abwanderung entgegenwirken und sich positiv im Hinblick auf eine Attraktivitätssteigerung der Region und mögliche Wanderungsgewinne auswirken. Zudem werden mit dem Projekt eine qualitätsvolle Kultureinrichtung und die Voraussetzungen für ein erweitertes und qualitätsvolles Kulturangebot mit überregionaler Bedeutung geschaffen, die zur Stärkung der „weichen“ Standortqualitäten beitragen und eine Profilierung der Region als Kulturraum bewirken, was sich auch förderlich auf die demografische Entwicklung auswirken kann.

Durch das Projekt wird jedem der sich mit Theater befassen möchte, ob als Gast und Zuschauer, ob als Schauspieler und Teil des Ensembles, als helfende Hand hinter den Kulissen, oder in einem Workshop sich selbst austestend, egal welchen Alters, welcher Herkunft, mit welchen Fähigkeiten, welchen Glaubens oder Geschlechts, diese Möglichkeit geboten.

Im Hinblick auf den allgemeinen Zusammenhang des Theaters und der Demographie haben folgende Zitate von Intendanten namhafter Theater eine große Bedeutung, die treffend auch die Einstellung der Scherenburg Main-Spessart gGmbH zum Theater verdeutlichen und die eine Investition in Kultur und insbesondere ins Theater untermauern sollen:

„Jedes Theater ist ein Abbild der Gesellschaft. Unsere Identität besteht aus vielen, vielen Charaktermasken. Daraus entstehen unendlich viele Zwischenräume, Spalten, in denen Themen zu entdecken sind. Diese Themen hervorzuholen, das ist unser Alltag.“
(Armin Petras, Schauspielintendant des Staatstheaters Stuttgart und Mitglied der deutschen Akademie der Darstellenden Künste)

„Theater erfüllt einen wichtigen Bildungsauftrag, ist Versammlungsort, ein Ort für Emotionen in unserer kontrollierten Welt. Theater kann Lebensrezepte geben, Denkanstöße, Perspektiven eröffnen, Bewegung bringen. Es kann Ventil sein, Spiegel der Gesellschaft. […] Das Theater kann die Welt als veränderbar darstellen.“
(Christoph Nix, Intendant des Konstanzer Stadttheaters)

Bedeutung des Projekts für das LAG-Gebiet

Mit dem Projekt wird die Kulturentwicklung im Spessart sowohl im Angebot als auch durch die baulich-technische Aufwertung der Spielstätte selbst gestärkt. Die Neugestaltung der Spielstätte eröffnet neue Potenziale zur Kulturarbeit in Gemünden; das vermehrte Veranstaltungsprogramm wird über die zusätzlichen Gäste- und Besucherzahlen die regionale Wertschöpfung und zudem die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Mit dem Projekt wird ein weiterer kulturtouristischer Anziehungspunkt in der LAG Spessart und zur Stärkung der regionalen Identität geschaffen. Die Spielstätte und ihr Angebot werden künftig eine zentrale Position in der Kulturtourismusentwicklung und -vermarktung im Spessart einnehmen.

Einbindung von Bürgern, Vereinen o. ä. in das Projekt

Die Arbeit des Festspielvereins wird zu 90% ehrenamtlich von Bürgern aus der Region getragen. Dies betrifft alle Bereiche rund um den Festspielbetrieb, sowohl die Aufführungen auf und hinter der Bühne, die Technik, die Vermarktung usw.. Des Weiteren gibt es eine Einbindung in das Projekt durch verschiedene Institutionen und weitere Nutzungen z.B. Theateraufführungen der Schulen Gemündens, sowie der Musikschule und weiterer interdisziplinärer Projekte, wie Workshops auf der Bühne und in den anliegenden Probenräumen sind auch außerhalb des Festspielbetriebes geplant. Darüber hinaus ist eine Zusammenarbeit mit der VHS in Gemünden in Planung um Kindertheater- und Schauspielkurse, Sprechtraining u.v.m. in den eigenen Räumlichkeiten des Festspielvereins anzubieten.

Die Projektplanung wurde intensiv mit der Stadt Gemünden beraten und daraus resultierende Wünsche und Anforderungen an ein solches Bauvorhaben wurden berücksichtigt und in der Detailplanung vom Architekten umgesetzt. Die Stadt Gemünden hat das Projekt übereinstimmend positiv bewertet.

Vernetzung des Projekts in der Region / ggf. überregionale Vernetzung

Durch das Projekt werden regionale Kulturakteure, wie der Bezirk Unterfranken, der Landkreis Main-Spessart u. a. m., in das Vereinsgeschehen und in die Programmplanungen eingebunden. Hierdurch werden die Akteure stärker vernetzt und der Festspielverein erhält eine zusätzliche Unterstützung-, Beratungs- und Kooperationsplattform.

Das Projekt fand sowohl bei den regionalen Akteuren (Stadt Gemünden, Landkreis Main-Spessart, Sparkasse Mainfranken Würzburg) als auch bei den Fachstellen (Bayerischer Kulturfonds, Bezirk Unterfranken) großen Zuspruch, so dass damit die Grundlage für die weitere Entwicklung gelegt wurde. Für den Betrieb der Scherenburgfestspiele ist das Projekt im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung ein außerordentlich wichtiges Vorhaben.

Maßgeblichen Anteil am Erfolg der Spielstätte wird die Zusammenarbeit und Vernetzung mit dem Stadtmarketing Verein Gemünden e.V. und der Touristikinformation Gemünden einnehmen. Die Stadt hat ihre Unterstützung zugesichert und wird auch die Bewerbung und Vermarktung der Einrichtung im Rahmen der kommunalen Kulturarbeit einbinden.

Erwartete nachhaltige Wirkung / Sicherung von Betrieb und Nutzung des Projekts

Das Projekt schafft die baulich-technischen Voraussetzungen und eröffnet die Möglichkeit, das Scherenburg-Festspielgelände auf Grund seiner künftig multifunktionalen Nutzungsvarianten zu einer überregional bedeutsamen Spiel- und Veranstaltungsstätte im unterfränkischen Raum zu entwickeln. Das Projekt leistet damit einen zentralen Beitrag zum Ausbau des kulturellen Angebots sowie zur Schaffung neuer kultureller Einrichtungen im Spessart.

Das Engagement der Scherenburgfestspiele Main-Spessart gGmbH, des weiterhin bestehenden Festspielvereins und die starke Vereinsgemeinschaft geben dem Projekt eine in der Region verwurzelte Basis, so dass eine Identifikation zwischen der geplanten Einrichtung und den Akteuren gegeben ist.

Das Projekt dient dazu, die ehrenamtliche Vereinsarbeit fortzuführen und zeitgleich das Ehrenamt zu entlasten, indem personalintensive Provisorien in Technik, Bau und Infrastruktur durch professionelle und zeitgemäße Einrichtungen und Infrastrukturausstattungen ersetzt werden. Die baulichen Veränderungen ermöglichen Nutzungsanpassungen und Umstrukturierungen, die die Kulturarbeit Gemündens stärken und die Scherenburgfestspiele professionalisieren.

Das Projekt erschließt damit neue Potenziale und Chancen zur kulturellen und kulturtouristischen Entwicklung. Das neue Angebot festigt und entwickelt die Spielstätte zu einer dauerhaften, überregionalen Kultureinrichtung. Es leistet damit auch einen Beitrag zur Erhöhung der regionalen Wertschöpfung und der Wettbewerbsfähigkeit der Region.

Unterstützt wird das Projekt durch die enge Kooperation mit der Stadt Gemünden und die Begleitung und Förderung der Aufwertungs- und Umbaumaßnahmen.

Der Projektträger stellt den Betrieb der Einrichtung sicher und übernimmt hierfür die anfallenden laufenden Betriebskosten. An den Aufwendungen des Projektes beteiligen sich die Stadt Gemünden, der Bezirk Unterfranken, der Landkreis Main-Spessart, die Sparkasse Mainfranken Würzburg und die Sparkassenstiftung, private Spenden und Förderer aus der Wirtschaft.

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